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Wo ist der Hammer?

Wulfhild löst ihr Versprechen ein: Das Thrym-Lied für Kinder

Ihr wisst, dass es Thors Aufgabe ist, Asgard und Midgard vor den Riesen zu schützen. Dabei ist seine wichtigste Waffe sein Hammer Mjölnir, der stets sein Ziel trifft und danach sofort in Thors Hand zurückkehrt. Er legt ihn nie ab, zumindest fast nie. Und eines Morgens…

Wie es seine Gewohnheit ist, erwachte Thor am frühen Morgen. Noch ganz schlaftrunken, griff er gleich nach seinem Hammer und war schlagartig hell wach. Der Hammer war weg!

Thor sprang aus dem Bett, sein Haar stand in alle Richtungen und er zerzauste auch noch seinen Bart, während er versuchte, sich zu erinnern. Vielleicht hatte er Mjölnir an eine ungewohnte Stelle gelegt? Das war eigentlich unvorstellbar, aber trotzdem durchsuchte er alles ganz genau. Davon erwachte natürlich Sif, die gleich wissen wollte, was los war. Sie half ihm suchen. Doch als kein Möbelstück mehr an seinem Platz stand, mussten sie einsehen, dass der Hammer wirklich weg war.

Thor wurde rot vor Wut, denn ihm fiel nur eine Möglichkeit ein: „Mein Hammer ist gestohlen“, rief er so laut, dass noch in Midgard Scheiben klirrten. Sif sagte nichts, sie kannte ihren Mann und wusste, dass ein Abenteuer bevorstand. Thor ohne Hammer war wirklich ungeheuerlich! Sie wäre keine Göttin und nicht Thors Frau, wenn sie das dulden könnte.

Ein bisschen schämte Thor sich auch, dass er sich den Hammer hatte stehlen lassen und das machte seinen Zorn nur noch schlimmer. Wer konnte ihm jetzt helfen? Odin mochte er nicht fragen.

Loki! Ja, er würde Loki um Hilfe bitten. Er war zwar verschlagen und hatte die Asen schon in üble Schwierigkeiten gebracht, aber er war auch nie um eine gute Idee verlegen, wenn es darum ging, aus den Schwierigkeiten wieder herauszukommen.

Loki konnte sich sein Grinsen nicht verkneifen, als Thor ihm erzählte, was passiert war. Thor knirschte innerlich mit den Zähnen wegen dieser Demütigung. Aber es half nichts, der Hammer musste wieder her. Wie sollte er sonst gegen die Riesen kämpfen? Solange Mjölnir nicht zurück in seiner Hand war, war Asgard in Gefahr.

Loki bot an, für Thor herauszufinden, wo der Hammer hingeraten war. Dafür braucht er Freyjas Falkenkleid. Bei der Vorstellung, auch noch der Liebesgöttin von seiner Schmach zu erzählen, schämte sich Thor noch ein bisschen mehr. Aber Freyja war sehr hilfsbereit. Sie mochte Thor und überließ ihm gerne ihr Gewand.

Loki streifte es über und nahm vor den Augen des Donnergottes Falkengestallt an. Das Gesicht verformte sich zu einem spitzen Greifvogelgesicht mit gefährlich gebogenem Schnabel, die Arme wurden zu mächtigen Schwingen, mit deren Hilfe sich Loki nun in die Luft erhob. Zur Übung drehte er ein paar Runden über Thor, der hoffnungsvoll zu ihm hinaufsah. Dann stieß er ein heiseres Krächzen aus und noch bevor der Schrei verklungen war, war er für Thor nur noch ein kleiner, schwarzer Punkt am Himmel. Thor gefiel es gar nicht, dass sein Schicksal und das der Götter und Menschen nun ausgerechnet in der Hand Lokis lagen. Er konnte jetzt erstmal nichts tun und das mochte er überhaupt nicht.

Loki flog direkt nach Riesenheim. Unterwegs suchte er alles mit den scharfen Falkenaugen ab, ob sich irgendwo ein Hinweis auf den Verbleib des Hammers zeigen würde. Doch er fand nichts.
Der Riesenkönig Thrym saß auf einem Hügel und flocht goldene Halsbänder für seine Hunde.

Thrym war kein dummer Riese und erkannte Loki sofort – trotz Freyjas Gewand. „Was treibt Dich nach Riesenheim?“ wollte er wissen, doch sein überhebliches Grinsen verriet ihn schon. „Thors Hammer ist verschwunden und ich bin ausgeflogen, ihn zu suchen“, krächzte Loki gerade heraus. „Weißt Du mehr darüber?“

Thrym lies sich Zeit mit seiner Antwort und kostete die Ungeduld des Gottes aus. Schließlich sagte er: „Ich habe Thors Hammer. Gut verborgen, 8 Meilen unter der Erde. Keiner wird ihn holen, wenn ihr mir nicht gebt, was ich verlange!“ „Was willst Du?“ forschte Loki weiter nach. „Freyja zur Frau!“ War die kurze Antwort. Sogar Loki verschlug diese Forderung die Sprache und er brauchte den ganzen Weg bis nach Asgard, um seine Fassung wiederzugewinnen. Natürlich war Thrym nicht der erste Riese, der Freyja zur Frau haben wollte. Dazu ist sie viel zu schön. Aber in diesem Fall stand so viel auf dem Spiel.

Mit rauschendem Gefieder landete Loki vor Thor und berichtete noch ganz außer Atem, was Thrym forderte. Thor schien zu schrumpfen, als er daran dachte, Freyja diesen Handel zu unterbreiten. Aber welche Wahl hatte er? Mit hängenden Schultern stand der riesenhafte Gott vor der zarten Liebesgöttin. Freyjas Zorn hätte allerdings jedem Berserker Ehre gemacht und Liebreiz war in ihrem wütenden Gesicht gerade auch nicht viel zu sehen. „Niemals! Niemals!!“ Das war zu erwarten gewesen.

Jetzt war es an der Zeit, den Götterrat einzuberufen. Thor musste sich einiges an Vorwürfen anhören und ihm fiel wenig zu seiner Verteidigung ein. Einzig Heimdall hörte ruhig zu, dachte nach und ergriff schließlich das Wort. „Es gibt eine Möglichkeit…“, begann er.

Es war schlagartig still und die Aufmerksamkeit aller richtete sich auf Bifrösts Wächter. „Thor selber wird als Braut zu Thrym gehen!“ fuhr er fort. Sofort war es vorbei mit der Stille, das Stimmengewirr war ohrenbetäubend. Am lautesten tobte Thor. Nur Allvater sah in stillem Einverständnis zu Heimdall hinüber. „Heimdall hat Recht!“ sprach Odin. „Wie sollen wir den Riesen ohne Mjölnir widerstehen? Dann hätte auch Freyja keine Wahl und aller Zorn nützte nichts. Deine besonderen Schützlinge, die Menschen, wären verloren. Wir müssen Thrym überlisten.“ Thor holte schon Luft um weiter zu toben, aber Sifs Hand auf seinem Arm hinderte ihn daran.

Und so wurde der Donnergott zur Braut. Ein feiner Schleier verbarg sein Gesicht und seinen Bart, ein langes Gewand seine behaarten Beine. Brisingamen legte Freyja persönlich um seinen Hals. In sein Schicksal ergeben, ließ Thor das alles geschehen. Wenn er erst wieder seinen Hammer in der Hand hielt, dann … .

Loki verkleidete sich als Dienerin der Braut, denn die Götter befürchteten, dass Thor ohne Begleitung sich zu allerhand Dummheiten hinreißen lassen könnte. In Thors Wagen stürmten die beiden Richtung Riesenheim und der Lärm, den sie dabei machten, drang bis zu Thrym, der gleich die Hochzeit vorbereiten ließ.

Riesen sind ja nicht gerade zierliche Wesen, aber sogar ihnen kam die vermeintliche Liebesgöttin etwas grobschlächtig vor. Doch der gerissene Loki konnte mit geschickten Worten ihr Bedenken zerstreuen. Zumindest bis zum Essen. Denn Thor hat nun mal einen riesigen Appetit. Entsprechend waren die Portionen, die er vertilgte. Ähnliches galt für die Mengen, die er trank. Die Riesen staunten nicht schlecht. Wieder war es Loki, der eine gute Erklärung bot: „Freyja hat sich so sehr auf diesen Tag gefreut, dass sie 8 Tage lang nichts gegessen und getrunken hat.“ Damit war Thrym mehr als zufrieden.

Endlich war es soweit, Thrym und Freyja sollten verheiratet werden. Das war die Gelegenheit, auf die Thor und Loki gewartet hatten. Denn jetzt musste Thrym den Hammer holen lassen, um ihn der Braut in den Schoß zu legen, wie es alter Brauch ist. Auf einen Wink des Riesenkönigs hin, machten sich zwei seiner Gefolgsleute auf den Weg.

 Thor konnte sich kaum noch zurückhalten, er bebte innerlich. Endlich kamen die beiden Riesen mit seinem Hammer zurück. Beinahe wäre der Donnergott aufgesprungen und hätte sich seinen Mjölnir geschnappt, doch Lokis Hand auf seiner Schulter drückte ihn zurück auf den Stuhl. Er wartete, bis ihm der Hammer feierlich in den Schoß gelegt worden war. Dann gab es kein Halten mehr, mit wütendem Geheul packte er seine Waffe, warf seinen Stuhl um und stürzte sich auf die verdutzen Riesen. „Niemand stiehlt mir ungestraft meinen Hammer!“ brüllte er – und wieder zitterten Scheiben in Midgard.

Das Erstaunen und Entsetzen der Riesen zusammen mit Thors unbändiger Wut und seiner Erleichterung, endlich wieder Mjölnir in seiner Hand zu halten, sorgten für einen kurzen Kampf.

Bald waren der Donnerer und Loki auf dem Weg zurück nach Asgard. Die Frauenkleidung war beim Kampf in Fetzen gegangen, was den Gott nicht störte. Brisingamen hatte alles heil überstanden und das war gut so, denn Ärger mit Freyja wollten die beiden lieber nicht riskieren.

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