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Heimweg

Ulrike hüpfte fröhlich den Bürgersteig entlang, dabei ließ sie ihren Teddy lustig hin und her schaukeln. Sie bog um eine Ecke, wartete brav an der Ampel, bis sie grün war und überquerte erst dann die große Straße.

Ulrike war stolz. Sie war heute das erste Mal alleine zu Oma und Opa gegangen. Dort hatte sie einen tollen Tag verlebt. Opa war mit ihr auf dem Spielplatz gewesen, während Oma ihr Nudeln mit Tomatensoße gekocht hatte. Das war im Moment Ulrikes Lieblingsessen. Mama weigerte sich allerdings, es jeden Tag zu machen, aber Oma war da einsichtiger. Natürlich hatte es auch Nachtisch gegeben: Schokoladen-Eis!

Nachmittags hatten sie im Garten gesessen, Opa hatte ihr Geschichten vorgelesen und später gab es noch Kuchen. Und dann war es Zeit, nach Hause zu gehen, damit Ulrike ankam, bevor es dunkel wurde.

Ulrike kannte die Strecke ganz genau. Sie war sie sehr oft mit ihren Eltern gegangen. Als sie älter wurde, hatte Papa immer so getan, als wüsste er den Weg nicht mehr und Ulrike musste ihn nach Hause bringen. Das war immer sehr lustig. Jetzt war sie ja schon richtig groß, seit dem letzten September ging sie schließlich in die erste Klasse und jetzt war es Mai.

Immer noch hüpfend und singend bog sie in die nächste Straße ein – und bleib stehen. Falsch! Ulrike drehte sich um und lief bis zur nächsten Querstraße. Auch falsch! Ihr Herz fing an, etwas schneller zu schlagen. Gut, dass sie ihren Teddy mitgenommen hatte. So war sie jetzt nicht alleine, denn andere Leute, die sie vielleicht hätte nach dem Weg fragen können, sah sie nicht. Alles sah irgendwie verändert aus, auch die Straße, die sie gekommen war. Sie wirkte schmaler und auch etwas düsterer als vorhin. Oder war das nur Ulrikes Angst?

Sie drückte ihren Teddy an sich. Mit der anderen Hand griff sie nach dem Amulett, das an einem Lederband um ihren Hals hing. Mama hatte es ihr gemacht, als sie anfing, alleine zur Schule zu gehen. Es bestand aus einer Holzscheibe, in die Mama auf die eine Seite die Rune Berkana und auf die andere Seite Algiz gefräst hatte. Berkana schützt die Kinder und Algiz ist sowieso DIE Schutzrune schlechthin. Papa hatte das Amulett geweiht.

Schon fühlte sich Ulrike etwas besser. Nur den Weg wusste sie immer noch nicht. Wie konnte das passieren? Sie hatte das Gefühl, noch nie in dieser Gegend gewesen zu sein, dabei konnte sie doch nicht weit weg von Oma und Opa sein.

Sie beschloss, die Straße bis zur Ampel zurückzugehen, dort waren immer mehr Menschen, die sie fragen konnte. Sie marschierte beherzt los. War der Weg vorhin auch so lang gewesen? Sie hörte auch nichts von den Autos, dabei war die Straße, die sie vorhin überquert hatte, eine große Straße, auf der immer viel Verkehr war.

Dafür sah sie eine Gestalt auf sich zu kommen. Ulrikes Herz mache einen kleinen Hüpfer. Endlich jemand, den sie fragen konnte. Die Gestalt hatte etwas Merkwürdiges an sich, obwohl Ulrike es nicht beschreiben konnte. Einen Moment lang fragte sie sich, ob sie Angst vor dieser Gestalt haben sollte. Aber sie hatte keine Angst. Im Gegenteil, sie wurde immer ruhiger und zuversichtlicher, umso näher sie sich kamen.

Endlich stand die Frau vor Ulrike. Sie sah freundlich aus. Nur die Brosche, die sie trug, fand Ulrike etwas befremdlich. Das war nämlich eine große, fette Spinne. Brrr! Aber egal, Hauptsache, sie wusste den Weg. Auch der Gürtel der Frau war außergewöhnlich, genauer gesagt, die Gürtelschnalle. Sie war groß und zeigte eine Rune: Perthro. Das versöhnte Ulrike mit der Spinnen-Brosche.

Bevor das Mädchen etwas sagen konnte, ergriff die Frau schon das Wort. Ihre Stimme war angenehm, weich und herzlich. „Wie kann ich Dir helfen, meine Tochter?“ Jetzt merkte Ulrike, wie viel Angst sie hatte und ihr stiegen die Tränen in die Augen. Die seltsame Frau legte ganz leicht ihre Hand auf Ulrikes Kopf. Ulrike hatte das Gefühl, als würde ihre Angst aus ihren Füßen heraus in die Erde fließen. Sie holte tief Luft. „Ich habe mich verlaufen.“ Die Frau nickte. „Ich versteh das nicht“, brach die Verwirrung aus dem Mädchen heraus. „Ich kenn’ doch den Weg. Und alles sieht auf einmal so anders aus.“

Die Frau nickte wieder und nahm Ulrike dann einfach an die Hand. Sanft führte sie sie um die nächste Straßenecke in eine Seitenstraße. Ulrike war sicher, vorhin schon in diese Straße eingebogen zu sein. Jetzt sah sie wieder ganz normal aus, so, wie sie sie kannte. Ihr Herz hüpfte wieder, diesmal vor Freude. „Jetzt weiß ich den Weg wieder“, jubelte sie, dabei strahlte sie über das ganze Gesicht. Die Frau lächelte. „Siehst Du. Manchmal sehen die Dinge nur anders aus, als wir es gewohnt sind.“ Sie berührte leicht Ulrikes Amulett, drehte sich um, bog um die Ecke und war weg. Ulrike wollte sich bedanken, aber die Frau war nicht mehr zu sehen, auch nicht, als sie um die Ecke spähte. Einfach weg.

Wieder fröhlich ihren Teddy schwenkend lief Ulrike die Straße entlang. Noch einmal um die Ecke und sie war zu Hause. Sie klingelte Sturm. Ihre Mutter öffnete die Tür und umarmte sie stolz und erleichtert. „Hey, meine Große, das hast Du prima gemacht. Ich bin stolz auf dich!“

Ulrike folgte ihrer Mutter in die Küche, wo diese dabei war, das Abendbrot vorzubereiten. Gerade wollte sie erzählen, was sie alles mit Oma und Opa erlebt hatte, da verschlug es ihr die Sprache: Ihr Blick war in die kleine Frigg-Ecke gefallen, die Mama in der Küche eingerichtet hatte. Dort saß eine dicke fette Fimo-Spinne vor einem Bild von Frigg. Jetzt viel es ihr wieder ein. Ihre Mutter hatte diese Spinne geknetet, weil dieses Tier zu Frigg gehört. Außerdem lag da noch eine Perthro-Rune. Ulrike war platt.

Und täuschte sie sich, oder hatte Frigg ihr aus ihrem Bild heraus gerade zugezwinkert?

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