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Pumpans Ur-Ur-Enkel auf großer Fahrt – Teil 3: Opfermoor Niederdorla

Von Pumpan wird berichtet, dass er gerne mit seinem dunklen Wagen über den Himmel donnerte, um an sein Ziel zu kommen. Wir zogen es am Sonnabend vor, auf der Erde zu bleiben und zu wandern, damit wir möglichst viel von der Landschaft und den Sehenswürdigkeiten genießen konnten.

Zunächst besuchten wir das Opfermoor Niederdorla, das ein Teil von uns schon vom letzten Thing her kennt. Dieser erstaunliche Ort ist nicht nur sehr nahe am geographischen Mittelpunkt der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch ein Ort, der über eine sehr lange Zeit als Kult- und Opferstätte diente. Es muss also wirklich ein sehr heiliger Platz sein.

Nachweislich wurde die Originalstätte von der Hallstattzeit (6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) bis z.T. ins 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung genutzt. Ausweislich der Funde wurde die Stätte nicht nur von einem germanischen Stamm genutzt, sondern im Laufe der Jahrhunderte von mehreren Völkern, vermutlich auch von Nicht-Germanen, und nach der Christianisierung einfach von den Bewohnern der Gegend.

Zur Zeit der Völkerwanderung (1.Jhd vor unserer Zeitrechnung) befand sich im Opfermoor sogar ein Zentralheiligtum, das die Hermunduren dort errichtet hatten.

Das Museum mit seinen Exponaten ließen wir diesmal aus und gingen sofort ins Freigelände, wo entlang eines Rundweges Opferplätze aus verschiedenen Epochen nachgebaut und erklärt sind. Außerdem findet man dort auch eine rekonstruierte germanische Siedlung mit Grubenhäusern, Speichern und einem Wohnhaus.

Im Freigelände nahm mich sofort wieder die besondere Atmosphäre dieses Ortes gefangen. Der alte Baumbestand und die Vielfalt an Pflanzen und Blumen schaffen einen würdigen Rahmen für die Rekonstruktionen.

Eine der Schlüsselblumen im Freigelände des Opfermoores

Eine der Schlüsselblumen im Freigelände des Opfermoores

Leider musste ich feststellen, dass ich in Punkto Pflanzenkunde noch einiges zu lernen habe! Das Opfermoor ist auch in dieser Hinsicht eine Fundgrube. Sogar echte Schlüsselblumen haben wir gesehen! Gundermann wuchs überall, Veilchen und noch viele verschieden Arten, die ich leider (noch) nicht kenne. Aber meine Bestimmungsbücher liegen schon hier bereit.

Ein kleines Beet war im germanischen Dorf vorbereitet für Färbepflanzen wie Färberkamille und Färberwau, aber auch andere alte Nutzpflanzen wie z.B. Emmer.

Auf dem Gelände wachsen viele Weiden, die auch für den Bau der Altäre und lebenden Zäune verwendet werden.

Steinernes Idol mit Plaggenaltar (rechts)

Steinernes Idol mit Plaggenaltar (rechts)

Met wird an dem steinernen Idol geopfert

Met wird an dem steinernen Idol geopfert

Aus den Weidenruten werden Abgrenzungen geflochten, die mit Grassoden (Plaggen) gefüllt die sogenannten Plaggenaltäre bilden. Mir gefällt diese Art des Altars sehr gut und ich würde am liebsten so einen in meinem Garten bauen – aber mein Gärtchen ist allmählich schon ziemlich voll 😉

Wir hatten eine Flasche Met dabei und hielten bei unserem Rundgang an jedem Opferplatz kurz inne, um die Götter unserer Vorfahren zu ehren und ein kleines Opfer zu bringen. An manchen Stellen hatten wir den Eindruck, dass wir nicht die Ersten waren, die auf diese Idee gekommen sind.

Eingehegter Opferplatz mit Plaggenaltar, zwei Kultstäben (hinten) und einem hölzernen Idol (vorne)

Eingehegter Opferplatz mit Plaggenaltar, zwei Kultstäben (hinten) und einem hölzernen Idol (vorne)

Bei den Altären findet man meistens noch sogenannte Holzidole. Das sind grob bearbeitete Äste oder Stämme, die die jeweilige Gottheit repräsentieren. Daneben gibt es auch Kultstäbe, an denen Opfergaben befestigt werden konnten. Tierschädel zum Beispiel.

Nach einer kurzen Rast am Teich, der durch Torfabbau entstanden ist und der u.a. Unmengen an Teichmuscheln von erstaunlicher Größe beherbergt, verließen wir das Freigelände.

Auf dem nahegelegenen Parkplatz bot ein Tisch mit Bänken uns die Gelegenheit, die restliche Suppe warm zu machen, so dass wir sogar ein warmes Mittagessen hatten. Das war auch gut so, denn wir hatten an diesem Tag ja noch mehr vor … .

Eure
Wulfhild

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