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VfGH Bundesthing 2009 – Nachtrag von Geírdis » Heidenkinder.de
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VfGH Bundesthing 2009 – Nachtrag von Geírdis

Ein Bericht über das Bundesthing ist nicht vollständig ohne auch auf das Ahnensumbel einzugehen.

Leider war Wulfhild schon in den Federn, wie sich das für eine verantwortungsbewusste Mutter und Autofahrerin (am nächsten Tag war ja die Rückfahrt nach Berlin) gehört. Außerdem würde ich ihr zustimmen, wenn sie der Meinung wäre, dass sie an diesem Tag auch so schon genug erlebt hatte. Also versuche ich mal, was darüber zu schreiben…

Als Abschluss des „offiziellen Teils“ beim Bundesthing sollte es ein Ahnenblót geben. Weil es für uns wichtig ist, woher wir stammen, wer vor uns schon Teil von unserer Familie war, wen wir als Beispiel für unser Leben nehmen können, hinter wessen Vorbild wir nicht zurückstehen wollen. Und weil auch viele Germanische Heiden der Meinung sind, dass der Beginn des Sommerhalbjahres ein Tag ist, den man nicht einfach so vorübergehen lassen kann.

Nach dem Beltaine-Ritual war aber so ein Gewitter, dass wir drinnen bleiben mussten. Also haben wir kein Blót gehabt, sondern halt nur ein Sumbel.

Schon am Nachmittag gab es eine Liste, auf der alle einen Ahnen aufschreiben sollten, an den wir besonders denken wollten. Für mich war das mein Opa, denn es war die Nacht vor seinem Geburtstag.

Im Speisesaal haben wir die Tische umgestellt, damit alle zusammen an einem großen Tisch sitzen konnten. Damit keiner abgelenkt war, haben wir das Licht ausgemacht und nur ein paar Kerzen brennen lassen.

Als alle still waren, hat Hrodgar, unser Skalde, das Lied von der Entstehung der Menschen vorgetragen, also von unseren gemeinsamen allerersten Vorfahren. Dann hat Haimo, unser Esago eine Reda gehalten, in der er noch mal erklärt hat, warum es so wichtig ist, dass wir uns an unsere Ahnen erinnern und sie ehren. Er hat uns auch erklärt, dass zu unseren Ahnen nicht nur die Leute gehören, von denen wir abstammen. Es können auch andere Leute sein, die für uns ein wichtiges Vorbild sind. Zum Beispiel hat dann später auch jemand auf den großen Dichter Goethe getrunken (der übrigens auch Heide war).

Dann durfte ich als Schankmaid Haimo das Trinkhorn füllen und er hat die erste Runde eröffnet. In dieser Runde hat jeder erzählt, wie das für ihn mit den Ahnen so ist. Es hat mich schon ein bisschen erschreckt, dass viele Leute gar nicht so richtig stolz auf ihre Ahnen sind, weil sie finden, dass die so viel falsch gemacht haben. Das geht mir übrigens auch so, ja, ich habe sogar richtig Streit mit meiner Familie darüber, wie man sein Leben richtig hinkriegt. Aber ich habe auch versprochen, dass ich den Streit beilegen will. Darum habe ich mich immer sehr gefreut, wenn jemand gesagt hat, dass seine Ahnen zwar auch Macken gehabt haben, aber dass er sie trotzdem mag. Einfach, weil sie unsere Verwandten sind und alles andere nicht so wichtig ist.

In der zweiten Runde sollte jeder einfach nur einen Trinkspruch auf seine Ahnen oder einen davon ausbringen. Weil wir eine richtig große Runde waren, wurde es nämlich langsam auch richtig spät. Als diese Runde auch vorbei war, hat Hrodgar auf seiner Gitarre eine ruhige Musik gespielt und dazu hat Haimo nacheinander die Namen unserer Ahnen vorgetragen, an die wir ja besonders denken wollten. Das war schon ein besonderes Erlebnis, und da habe auch ich was Besonderes gespürt. Dass unsere Sippen fortleben, dass unsere Ahnen immer noch da sind, dass wir jetzt unsere Aufgaben haben, dass das so weitergeht. Ganz besonders und trotzdem sehr beruhigend, einfach schön.

Danach mussten dann viele Leute wirklich ins Bett. Und die, die noch da waren, haben weiterhin gesumbelt. Es wurde zwar weiterhin auch mal auf die Ahnen getrunken, aber auch wieder auf nicht ganz so ernste Anliegen. Ich weiss nicht, wie lange das noch so gegangen ist. Es war fast drei Uhr, als ich ins Bett gegangen bin, und ich glaube ein paar Leute haben noch viel länger durchgehalten!

Inzwischen sind wir alle wieder fit und ausgeschlafen und planen unsere nächsten „Schandtaten“

Eure
Geírdis

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