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Nadelbinden

Während meiner Suche nach „meiner“ Religion habe ich so nebenher einige Interessante Dinge gelernt. Ich wußte, dass ich irgendwie zu den „alten Völkern“ gehöre, also Kelten, Germanen u.ä.. Auch wenn ich eine ganze Weile keine Ahnung hatte, wo genau denn mein „zu Hause“ in dieser Hinsicht ist. Und so sammelte ich halt alle möglichen Informationen, die ich bekommen konnte. Besonders interessierten (und interessieren mich noch immer) alte Handarbeiten. Es gibt da ein sehr breites Spektrum aber aus Zeitmangel kann ich leider viel weniger machen, als ich gerne möchte, aber in ein paar Techniken habe ich wenigstens mal hineingeschnuppert. Da ist vor allem das Brettchenweben, das ich unbedingt lernen wollte. Das ist aber ein anderes Thema.

Einige Zeit wollte ich nichts Neues dazu nehmen, weil ich einfach zu wenig Zeit hatte und mich nicht verzetteln wollte.

Aber wenigstens das Nadelbinden wollte ich lernen, weil man das wunderbar abends so „nebenher“ machen kann.

Nadelbinden ist eine sehr alte Handarbeitstechnik, die ältesten Funde sind aus dem Mesolithikum, also zwischen 5000 und 10.000 Jahre alt! Bis ins hohe Mittelalter fertigten unsere Vorfahren Socken, Handschuhe, Beinlinge, Kappen oder Milchsiebe in dieser Technik.

Ok, was ist das nun für eine Technik? Ich beschreiben sie gerne als ein Zwischending zwischen Nähen und Häkeln. Sie wird nämlich mit einer Art dicker, stumpfer Nähnadel aus Holz, Knochen, Horn oder Bronze ausgeführt. Dabei ähnelt das Maschenbild einer Häkelarbeit.

Man arbeitet nicht fortlaufend vom Knäuel, sondern mit einem längerem Stück Faden. Achtung, Verknotunsgefahr. Als textiler Werkstoff fand meistens Schafswolle Verwendung, aber auch Baumbast, Leinen oder Seide. Sogar Haare von Kuhschwänzen oder Pferdeschweifen wurden benutzt. Letzter z.B. um ein Milchsieb zu nadeln.

Die meisten Werkstücke werden in Runden gefertigt, nur in Ausnahmen in Reihen. Aber für Kappen und Socken sind Runden auch prima geeignet.

Zurück zu mir. Ich habe also irgendwann das Nadelbinden gelernt und fleißig einige Beutelchen genadelt. Durch meinen Umzug und das damit verbundene Chaos bleibe die Wolle längere Zeit liegen. Und ich hatte vergessen, wie es ging. Besonders geärgert hat mich das auf dem Thing, wo einer unserer Niederländischen Gäste genadelt hat – und ich hätte so gerne mitgemacht!

Aber am Wochenende kam meine Chance und ich habe sie genutzt. Im Museumsdorf Düppel, das wir am Wochenende besucht haben (Bericht folgt!) gehören nadelgebundene Stücke zum Alltag. Im Museumsladen gibt es (neben Brettchen fürs Brettchenweben) auch Nadeln und fertige Mützen und Socken. Und eine Kurzanleitung, die ich mir sofort gekauft habe.

Noch besser war, dass eine Frau im Lager mit genau der Technik genadelt hat, die ich gelernt habe. Netterweise durfte ich ihr über die Schulter sehen und mir fiel wieder ein, wie es geht. Zusätzlich hat sie mir eine Internetseite genannt, auf der ich aussagekräftige Bilder finden würde. Genauso war es und abends konnte ich nicht schnell genug Nadel Und Wolle hervorkramen und wieder anfangen zu nadeln. Und es geht wieder!

Darüber freue ich mich so sehr, dass ich Euch einfach davon erzählen musste. Es macht mir nämlich Spaß, etwas mit meinen Händen zu schaffen. Jetzt werde ich mal ein Täschchen machen. Das Ergebnis werde ich Euch zeigen – egal, wie es geworden ist! Versprochen!

Eure
Wulfhild

PS: Mehr Infos und sehr verständliche Anleitungen mit aussagekräftigen Photos gibt es auf Bernhard´s Nadelbinden-Seite

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