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Museumsdorf Düppel

Das vergangene Wochenende haben wir im Museumsdorf Düppel verbracht. Ursprünglich wollten wir nur Sonntag dort sein, aber dann sind wir am Montag noch mal dort gewesen, weil es uns so gut gefallen hat und ich am Sonntag einiges, was mich interessiert, nicht mitbekommen hatte.

Aber von Anfang an: Das Museumsdorf Düppel zeigt ein mittelalterliches Dorf, wie es vor 800 Jahren tatsächlich ausgesehen haben könnte.

An diesem Wochenende erfüllten nicht nur Mitglieder des Museums, sondern auch der Gruppen IG Wolf und Marca Brandenburgensis das Dorf mit Leben. Sie zeigten mitteralterliches Alltagsleben mit diversen Handwerks- und Handarbeitstechniken wie Messermacherei, Töpferei, Schmiede, Lederer, Färberei, Spinnen mit der Handspindel, Brettchenweben und Nadelbinden.

In Extra-Vorführungen konnten die Besucher mittelalterliche Musik genießen oder sich ein Bild von der Kleidung im 12. Jhd. machen. In einer „Modenschau“ wurden Frauen mit unterschiedlichem sozialem Status standesgemäß bekleidet.

Die "Models" in Unterwäsche - links die Adlige, rechts eine Bauersfrau, die Moderatorin in der Mitte

Die "Models" in Unterwäsche - links die Adlige, rechts eine Bauersfrau, die Moderatorin in der Mitte

Die Adlige fast komplett bekleidet

Die Adlige fast komplett bekleidet

Die Bäuerin fast komplett bekleidet

Die Bäuerin fast komplett bekleidet

Besonders interessant fand ich die Darstellung einer Schwertleite durch die IG Wolf, die neben wirklich sehr authentischer Gewandung auch auf eine kurzweilige Art viel Wissenswertes rund um Schwertleite und Ritterschlag vermittelte. Z.B. war es nett zu sehen, wie der Fürst zu Füßen des jungen Mannes kniete, um ihm die rechte Spore anzulegen. Damit sollte deutlich gemacht werden, daß sich der Anwärter „die Sporen verdient hatte“.

Der Fürst legt dem künftigen Ritter den rechten Sporen an

Der Fürst legt dem künftigen Ritter den rechten Sporen an

Die Schwertleite hat ihre Wurzeln nämlich bei den Germanen der Völkerwanderungszeit … da natürlich ohne Priester und lateinische Segnungsformeln 😉

Es gab frisch gebackenes Brot und für die Kinder „Hexenbrause“ – ein geheimnisvoll blubberndes Getränk mit allerlei Getier und sogar eine besondere Vorführung für Kinder, bei der sie auch die Schafe füttern konnten. Besonders der schwarze Widder Carlos war der Liebling aller.

Wölfchen füttert Carlos

Wölfchen füttert Carlos

Ein Extra-Bonbon ist die Teerschwelerei. Auf dem Gelände hat man bei Ausgrabungen eine alte Teerschwele gefunden. Dort wird jetzt gezeigt, wie früher Teer gewonnen wurde. Der Teer, der hier gemeint ist, wird aus Birkenrinde oder Kiefernholz gewonnen und hat nichts mit dem zu tun, was wir heute auf unseren Straßen finden. Im Gegenteil, er wurde sogar für Heilzwecke genutzt. Vielleicht kennen Eure Eltern oder Großeltern noch die alte „Zugsalbe“ – die enthielt solchen Teer!

Alle Darstellenden waren extrem freundlich, hilfsbereit und offen für alle Fragen, die geduldig beantwortet wurden. Wovon ich besonders profitierte (siehe Artikel „Nadelbinden“ ) .

Ein Mitglied der IG Wolf erläutert mittelalterliches Essen

Ein Mitglied der IG Wolf erläutert mittelalterliches Essen

Wir genossen also einen wunderschönen Sonntag in einer herrlichen Umgebung, lernten eine Menge und sprachen mit vielen netten Leuten.

Wir hatten die Gelegenheit genutzt und den Jungen, mit dem Wölfchen vor zwei Monaten so schön beim Brunch gespielt hatte, mit seiner Mutter mitzunehmen. So hat es gleich noch mehr Spaß gemacht. Die Jungs haben sich ausgetobt und unsere Große hatte mal ihre Ruhe vor dem wilden Bengel.

Ein rekonstruiertes Haus im Museumsdorf

Ein rekonstruiertes Haus im Museumsdorf

Es hatte uns so gut gefallen, dass wir am Montag gleich noch einmal hinfuhren. Wölfchen fand das Klasse – mehr Hexenbrause. Wir Großen konnten den Messermacher noch ein bisschen „ausquetschen“. Beispielsweise zeigte er uns, wie man mit einem Knochen die Oberfläche von Holz wunderbar glatt und fein bekommt.

Diesmal blieben wir aber nicht so lange, denn zu Hause wartete doch noch ein wenig Arbeit. Außerdem wollte ich Nadelbinden und Euch darüber schreiben!

Eure
Wulfhild

2 Kommentare

  1. Langer Heide:

    Anscheinend war Sonntag auch ein englisch-schreibender Blogger in Düppel: http://blog.goethe.de/meet-the-germans/index.php?/archives/46-Hugging-Trees-with-Helmut.html

  2. Nerthus:

    Hallo, sei gegrüßt…
    das ist ein wundervoller Bericht. Danke schön.
    Nur leider zu weit weg für uns, sonst würden wir sofort dahin fahren.
    Liebe Grüße
    Nerthus

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