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Hölle, Hel und Heidenfrühstück …

Sonntagsfrühstück bei Heidens: Gestern war Heidenstammtisch und mein Liebster erzählte beim Frühstück, worüber sie da so geredet haben. Unter anderem ging es wohl um einen Freund, der vor einiger Zeit Christ geworden ist. Sie sprachen über die engen Vorgaben und Regeln im Christentum, die (nicht nur) unser Freund scheinbar braucht. Viele Menschen fühlen sich durch die große Eigenverantwortlichkeit im Heidentum überfordert.

Meine andere Hälfte – er hatte nie so eine enge Bindung an das Christentum – ist immer besonders entsetzt darüber, wie dort mit Angst beeinflusst wird. „Weißt Du, dass die Christen schon Kindern damit drohen, dass sie brennen werden?“ (Er meinte das Fegefeuer der Katholiken.) Ich wollte gerade entgegnen, dass es heute meistens nicht mehr ganz so schlimm sei, die Kinder heute eher spielerisch und nicht mit Drohungen an die christlichen Lehren herangeführt werden. Das mit der Angst und der Drohung und dem schlechten Gewissen kommt dann später. Aber Wölfchen war schneller. „Wieso brennen?“ wollte er wissen. Und schon waren wir in der schönsten Diskussion.

Wir erklärten unseren beiden Heidenkindern, dass die Christen „Himmel“ und „Hölle“ haben. Wenn man „gut“ – also streng nach den christlichen Vorschriften – gelebt hat, kommt man in den Himmel, wenn man „schlecht“ gelebt hat in die Hölle, wo die Seele als Strafe leiden muss. Das fanden die Beiden nicht so toll. Sie wollten dann natürlich wissen, wie das denn bei uns ist. Wölfchen rechnet ja fest damit, nach Walhall zu kommen. Wir haben ihnen dann von Hel erzählt. Interessanterweise zuckten beide zusammen, obwohl sie ja wirklich heidnisch aufwachsen. Die christliche Umdeutung von Hel in Hölle scheint sehr gut gelungen zu sein.

Also haben wir mehr von Hel erzählt. Hel ist einfach der Ort, wo sich die Toten aufhalten, kein Ort der Bestrafung. Von den Menschen, die im Kampf fallen, wählt Odin die aus, die nach Walhall kommen, die Ertrunkenen kommen zu Ran. Jeder Mensch kommt an einen dieser Orte, egal, wie er sein Leben gelebt hat.

Das konnten die Kinder akzeptieren. Wölfchen weiß noch, dass Hel unter einer Wurzel von Yggdrasil liegt, das gefällt ihm nicht so … er möchte nicht unter einer Wurzel sein. Er hat nämlich Angst, dass Nidhög ihn dann frisst. Die Tatsache, dass Nidhög nur an der Wurzel und nicht an den Verstorbenen Interesse hat, tröstete ihn halbwegs.

Bleibt die Sorge, dass Yggdrasil umkippt, wenn die Schlange weiter an den Wurzeln nagt.

Unser Heidenpapa erzählte ihm daraufhin, wie die Nornen die Wurzeln der Weltenesche jeden Tag mit dem heilenden Wasser aus dem Urdbrunnen begießen.

Das erinnerte unsere Große gleich an Mimirs Brunnen, wo Odin sein Auge opferte, um Weisheit zu erlangen.

Wie es dann noch dazu kam, dass wir über die „Wilde Jagd“ gesprochen haben, erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Ich bin mal wieder sehr beeindruckt von unseren Heidenkindern. Es bleibt doch erstaunlich viel hängen, was wir z.T. einfach beiläufig erwähnen, weil das Germanische einfach die Grundlage unserer Lebensgestaltung ist.

Und ich finde es mehr als faszinierend, wie Ihr Kinder solche Informationen verarbeitet und welche eigenen Gedanken ihr Euch macht.

Ich danke den Göttern für alle Kinder und für den Schutz und die Führung, die sie ihnen gewähren.

Eure
Frühstücks-Wulfhild

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