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Völva – Teil 1 » Heidenkinder.de
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Völva – Teil 1

Die Gegend war unwirtlich. Sehr unwirtlich. Ein eisiger Wind pfiff über die Ebene, der Himmel war grau in grau und alles ringsrum war von einem Schleier aus Dunst umgeben.

Der Reiter, der sich jetzt in diesem Dunst abzeichnete wirkte müde und kummervoll. Gebeugt saß er auf seinem Pferd. Unter einem Schlapphut, der tief ins Gesicht gezogen war, suchte ein einzelnes, traurig blickendes Auge den Horizont ab. Ja, es war der alte Ase, der sich mit Sleipnir auf den Weg nach Niflheim gemacht hatte. Er fürchtete sich nicht, nur der Grund seiner Reise bedrückte ihn. Er sah das verwirrte Gesicht seines Sohnes Baldur und die unausgesprochene Bitte in den Augen seiner Frau Frigg; „Bitte unternimm doch etwas!“

Was war geschehen, das ganz Asgard in Aufruhr versetzt hatte? Es war Baldur gewesen, genauer gesagt, die Träume, die ihn seit einiger Zeit quälten. Ausgerechnet ihn, den Hellsten unter den Asen. Nicht einmal Loki hatte etwas gegen ihn vorzubringen. Ihm fehlte zwar das gewisse Durchsetzungsvermögen, aber dafür war er freundlich, sprachgewandt und sogar fast so weise wie Odin. Er war einfach durch und durch gut.

Und ihm raubten Träume von seinem Tod den Schlaf. Das konnten die Götter nicht hinnehmen und so hatte Odin Sleipnir gesattelt und war losgeritten. Nach Niflheim an die Tore Hels. Denn er wusste von einem Grabhügel am östlichen Tor der Totenwelt, in dem eine weise Frau begraben war, eine Völva. Sie wollte Allvater um Rat fragen. Ganz einfach war das nicht für ihn, denn schließlich hatte er sein Auge geopfert, um die Weisheit aus Mimirs Brunnen zu erlangen. Aber in dieser Angelegenheit waren Eitelkeiten fehl am Platze. Und da seine Weisheit hier am Ende war, musste er sich Rat holen.

Am Horizont zeichnete sich schemenhaft ein Hügel ab, auf den Odin zuritt. Er spürte, er war bald am Ziel. Doch die schwerste Aufgabe lag noch vor ihm.

Als er den Hügel erreichte, gönnte er sich keine Pause, es eilte. Er glitt aus dem Sattel in das reifüberzogene Gras und begann sein Zauberlied, das die Völva aus ihrem Todesschlaf wecken sollte.

Die Worte woben einen Klangteppich, der sich um den Hügel legte und eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübte. Sleipnir schüttelte unwirrsch seine Mähne und trabte ein Stück zur Seite.

Über dem Hügel verdichtete sich der Dunst zu undurchdringlichem Nebel. Er wechselte die Farbe von weiß zu grau und zurück, hatte keine festen Konturen, bildete aber eine menschenähnliche Gestalt. Es wurde noch ein wenig kälter. Die Völva, die Teil des Schattenreichs war, war da.

Teil 2

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