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Fledermäuse und Knicklichter

Das war ein richtig schönes Wochenende!

Am Freitag war ich mit Wölfchen zu einer Fledermauswanderung der Waldschule Zehlendorf.

Um 19:00 Uhr traf sich eine recht große Gruppe mit vielen Kindern am S-Bahnhof Wannsee und los ging es unter der Führung zweier Frauen der Waldschule. Im Düppeler Forst angekommen, teilten wir uns in zwei Gruppen, damit es etwas übersichtlicher wurde.

Wir zogen mit Bettina Foerster-Baldenius los, tiefer in den Wald. Zunächst ging es auf die Rückseite eines Schießplatzes, der von Polizei und Bundesgrenzschutz genutzt wird, zum Eingang eines alten Bunkers, den die Fledermäuse zu einem ihrer Winterquartiere erkoren haben.

Dort zeigte uns Bettina auch ein Exemplar des gelben Knollenblätterpilzes. Vorsicht, Knollenblätterpilze sind sehr viel giftiger als Fliegenpilze!

Da es zu diesem Zeitpunkt noch hell war, nutzte Bettina die Möglichkeit, uns die verschiedenen Laute der verschiedenen Fledermausarten vorzustellen. Also der Abendsegler macht langsam “tong … tong … tong …” oder schnalzt und das große Mausohr macht schnell “tong.tong.tong.tong”. Bettina stellte in Aussicht, mithilfe eines Gerätes die hochfrequenten Laute hörbar zu machen.

Ich habe schon früher Fledermäuse “gehört” oder besser gesagt, im Vorbeiflug ihre Laute erahnt. Jetzt lernten wir, dass das Soziallaute sind, die auch durch Menschen manchmal wahrgenommen werden können.

Ich traute mir aufgrund dieser Vorstellung von Fledermauslauten allerdings nicht zu, verschiedene Fledermausarten zu unterscheiden.

Doch zuerst nutzen wir die Resthelligkeiten noch für ein kleines Fledermausspiel. Da durfte es noch einmal richtig laut und lebhaft zugehen. Denn anschließend hieß es: Gaaaaanz leise sein und pirschen!

Unterwegs kamen wir an Mufflon-Betten vorbei.

Jawohl, in Berlins Wäldern leben Mufflons. Einfach so. Sie mögen es, sich zum Schlafen mit mehreren Tieren an einen Baumstamm zu kuscheln. Die Vertiefungen im Waldboden sind gut zu erkennen. Rehe hinterlassen ähnliche Schlafspuren, aber nicht so direkt an Bäumen.

Wildschweine bekamen wir trotz Bettinas “Lock-Pfeife” keine zu Gesicht. Aber dann erreichten wir auch schon die Lichtung mit zwei kleinen Seen, an denen wir die Fledermäuse treffen wollten.

Und wir hatten Glück!

Leicht konnten wir ihre Silhouetten am dämmrigen Abendhimmel erkennen. Und dann kam noch Bettinas „Wundergerät” zum Einsatz: Der „Bat-Detector“ – Wow!

Er besteht aus einem Empfänger, an dem man den Frequenzbereich wählen kann und der die Ultraschalltöne der Fledermäuse in für uns hörbare Laute umwandelt und einer kleinen Lautsprecherbox, die die Töne dann ausspuckt.

Zu meinem allergrößten Erstaunen war es sehr, sehr leicht, die Laute auseinanderzuhalten.

Mein Wölfchen fand das Gerät teilweise spannender als die Tiere. ;)

Der Bat-Detector konnte sogar den Ultraschall-Anteil an Schlüsselrasseln hörbar machen.

Wir lauschten und beobachteten, bis es so finster war, dass wir keine Fledermäuse mehr erkennen konnten, dafür die ersten Sterne.

Auf dem Rückweg gab es dann noch ein ganz besonderes Abenteuer: Bettina kennzeichnete mit kleinen Knicklichtern einen Weg im wirklich stockdunklen Wald.

Jeder hatte nun die Möglichkeit, sich alleine von Lichtchen zu Lichtchen vorzutasten. Ganz still, nur mit den Geräuschen des Nacht-Waldes.

Zuerst war Wölfchen das etwas unheimlich und er ging lieber mit mir zusammen. Doch nach einer Weile wollte er es wissen und bat mich, zurückzubleiben. Mutig ging er Schritt für Schritt weiter, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte. Am Ende des Weges, wo Bettina auf uns wartete, trafen wir uns wieder.

Eine tolle Erfahrung!

Der Letzte hatte alle Knicklichter eingesammelt und die Kinder (und Erwachsenen) durften sich jeder eins mitnehmen.

Es war erstaunlich, wie sehr die kleinen Lichter unsere jetzt an die Dunkelheit gewöhnten Augen blendeten.

Die Taschenlampen waren immer noch in den Taschen verstaut. Erst nach der Verabschiedung, auf dem letzten Stück zur Straße, mussten die Kinder sie natürlich hervorholen und damit leuchten. Mindestens bis zu den Sternen …

Eure
Wulfhild

PS: Das Wochenende geht weiter!

1 Kommentar

  1. Bille:

    sehr schön dass du über meine Lieblingstiere geschrieben hast! Fledermäuse sind so nützliche Tiere, eine Fledermaus frisst pro Nacht bis zu 300 Stechmücken, so kommt im Laufe des Sommer bis zu 3 kg Insekten zusammen. So eine kleine Fledermaus wiegt im Durchschnitt 4-6 gramm, die Zwergfledermaus passt in eine Streichholzschlacht!

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